EINFACH

MAL DREIST

SEIN

Ich hatte eine gute Kinderstube, da haben meine Eltern ganze Arbeit geleistet. Ich bin höflich, respektvoll und zurückhaltend. Ich ertrage es mit Gleichmut, wenn sich ein Hektiker mit vollem Einkaufswagen an der Supermarktkasse vorbeidrängelt. Ich denke mir meinen Teil, wenn jemand bei einer Essenseinladung im Restaurant bewusst das teuerste Gericht bestellt, und ich drehe weiter meine Runden um den Block, wenn mir ein Drängler bei der Parkplatzsuche die letzte freie Lücke wegschnappt. Bin ich zu nett? Die Welt ist voller dreister Menschen. Nur wer die Ellenbogen ausfährt, kommt weiter oder wie Guido Westerwelle feststellte: „Wenn jeder nur an sich denkt, ist auch an alle gedacht.“ Die Brüder Grimm beschrieben Dreistheit in ihrem deutschen Wörterbuch sogar mit „kühn hervortretend, zuversichtlich, beherzt, nicht schüchtern, nicht zurückhaltend, nicht blöd.“ Ich muss also umdenken. Wenn Dreistigkeit und Arroganz dem eigenen Vorteil auf die Sprünge helfen, dann hat wer es geschickt beherrscht es auch verdient, damit durchzukommen. Also weg mit falscher Bescheidenheit. Dreistigkeit siegt – und ist oft sogar im Recht.

Fünf Möglichkeiten, auf alle Konventionen zu pfeifen

– um damit dem eigenen Vorteil auf die Sprünge zu helfen …

Christian Raschke, Redakteur bei corps, hat den Selbstversuch mit ausgefahrenen Ellenbogen durchgezogen. Obwohl es ihm Vorteile verschafft hat, bleibt er lieber höflich. Und wartet weiterhin geduldig in der Schlange an der Kasse.

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